Vor wenigen Jahren noch haftete Ökotextilien ein unerfreuliches Image an: Bei “Öko” dachten wohl viele noch an die kratzigen Jutebeutel aus der Jugendzeit, ein Stoff, den wohl niemand gern direkt auf der Haut tragen möchte. Doch mittlerweile gibt es “Öko” sogar für das edle “untendrunter”.
Mit ihrer Marke Eco-Boudoir gehört die Wäsche-Designerin Jenny White gehört zu den Vorreitern auf dem Gebiet der Öko-Dessous. Mit ihrer Website Morethanprettyknickers.com propagiert die Britin ökologisch unbedenklich Unterwäsche und macht die Kundschaft feiner Dessous auf die Umstände und Folgen der Herstellung von Standard-Dessous aufmerksam.
Ökologisch Interessierten ist seit langem bekannt, dass die Textilindustrie zu den größten Umweltverschmutzern weltweit gehört. Insbesondere die Belastung von Abwassern mit chemischen Substanzen stellt ein Problem dar. Doch selbst dort, wo keine chemischen Fasern verarbeitet werden, sind negative Effekte auf die Umwelt an der Tagesordnung. Monokulturen und der massive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei der Herstellung der Grundstoffe schädigen auch bei Naturtextilien die Umwelt. Ein weiterer Kritikpunkt sind die oftmals unmenschlichen Produktions- und Arbeitbedingungen bei der Textilherstellung.
Der Konsument selbst ist insbesondere von der Verwendung hautsensibler Farbstoffe, von Bleichmitteln und ähnlichen Substanzen betroffen. Allergien und andere Unverträglichkeitsreaktionen sind keine Seltenheit. Grundsätzlich sollten Kleidungsstücke deshalb vor dem ersten Tragen gewaschen werden. Die bessere Alternative besteht alle Mal in der Wahl von Ökotextilien. Nachhaltig erzeugte Baumwolle ist die am meisten verwendete Ökofaser, angebaut wird sie in 17 Ländern weltweit. Trotz deutlicher Vergrößerung der Anbauflächen macht die eingesetzten Bio-Baumwolle gerade einmal 0,1 Prozent
der Gesamtmenge aus! Eine große Herausforderung für die Anbieter von Ökotextilien stellt zudem noch immer das Färben der Stoffe dar. Als Alternative zu synthetischen Substanzen werden historischen Pflanzenfarbstoffe wie Färberhundskamille, Resede und Goldrute sowie biogene Reststoffe aus der Nahrungsmittelproduktion wie Zwiebel- und Walnussschalen oder Rindenabfälle von Esche und Erle erprobt und eingesetzt.
Seitdem Öko-Mode auch bei großen Ketten im Angebot ist, hat sie deutlich an Bekanntheit und Popularität gewonnen. Der gehobene Unterwäschesektor hinkt jedoch noch ein ganzes Stück hinterher. Ökologisch korrekte Dessous sind längst noch nicht der Standard, doch auch große Dessous-Marken haben den Trend erkannt und bieten Bio-Unterwäsche an. Schon gibt es Hemdchen, BH und Slip aus biologisch erzeugter Baumwolle aber auch aus Leinen, Hanf, Bambus und sogar aus Kiefernholzfasern. Der Siegenszug der Biounterwäsche wird auf Dauer nicht aufzuhalten sein, denn was gibt es Besseres, als sexy Dessous mit gutem Gewissen zu tragen?
Geschrieben von: admin
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